| Einst lebte die Dodekanesinsel Kalymnos vom Schwammtauchen, inzwischen sind die Kostbarkeiten am Meeresgrund entweder abgeerntet oder von Krankheiten vernichtet. Heute werden die Urlauber von einer anderen Besonderheit der Insel angezogen: Kletterer aus der ganzen Welt kommen herbei, um die kalymnischen Felsen zu erobern. Italienischer Kletterpionier  | | | (© Frida&Diego – Fotolia.com) | Der Ruf als Kletterinsel wurde im Jahr 1996 begründet, als der italienische Kletterer Andrea di Bari seinen Urlaub auf Kalymnos verbrachte und dabei die Felswände für sich entdeckte. Die Inselbewohner waren sich damals nicht bewusst gewesen, welch touristisches Potenzial in ihren bis dahin unpassierbaren Felsen schlummerte.Di Bari kehrte bald mit einigen Kletterfreunden zurück, um die erste Sportkletterroute auf Kalymnos einzurichten. Bei einem späteren Besuch brachte er einen Fotografen vom ALP-Magazin, eine der wichtigsten Zeitschriften für den Klettersport, mit, woraufhin weitere einschlägige Klettermagazine Reportagen über die kalymnischen Kletterwände publizierten.Rasante Entwicklung – von der Entdeckung bis zum Kletterfestival Dies bedeutete den Startschuss für den Klettertourismus auf Kalymnos. Die örtlichen Behörden und Tourismusorganisationen erkannten ebenfalls die Chance, die darin lag, und ergriffen eine Reihe von Maßnahmen, um den Klettertourismus weiter anzukurbeln. Im Jahr 2000 fand das erste internationale Kletterereignis mit 180 teilnehmenden Kletterern aus 13 Ländern statt. Gleichzeitig wurde der erste Kletterführer für Kalymnos (Kalymnos Climbing Guide) aufgelegt und kostenlos an die Kletterer abgegeben. Inzwischen gehört Kalymnos durchaus zu den Top-Klettergebieten in Europa: Es gibt 64 Sektoren mit etwa 1700 Kletterrouten in verschiedenen Schwierigkeitsgraden, sowohl für Kletteranfänger als auch für erfahrene Sportkletterer bieten sich genügend Möglichkeiten. Die meisten und vielleicht auch schönsten Routen gibt es in der Umgebung von Massouri, wo im nahe gelegenen Myrties auch viele Unterkünfte verfügbar sind. Auf dem Nachbarinselchen Telendos kann ebenfalls geklettert werden.
Klettern zu jeder Jahreszeit Durch das trockene Klima auf Kalymnos ist das Klettern durchaus ganzjährig möglich, wenn auch, je nach persönlicher Vorliebe, bestimmte Perioden besser als andere geeignet sind. Frühjahr und Herbst sind ideal Die Herbstmonate von etwa Mitte September bis Mitte November sind sicher die ideale Jahreszeit zum Sportklettern. Die Sonne ist nicht mehr zu heiß, das Meer jedoch noch angenehm warm zum Schwimmen. Die Zahl der Kletterbesucher erreicht im Oktober ihren absoluten Höhepunkt. Massouri und Myrties sind die beiden Orte, die am nächsten bei den besten Kletterwänden gelegenen sind. Dort sind die meisten Geschäfte und Tavernen bis Mitte November geöffnet. Später im Jahr wirken die Orte verlassen, und man nimmt besser im größeren und lebhafteren Pothia Quartier. Im Frühling herrschen mit milden Temperaturen ähnliche Bedingungen wie im Herbst und damit ebenso tolle Klettervoraussetzungen. Darüber hinaus ist die Landschaft von bunten Blumen übersäht und überall duftet es nach wilden Kräutern. Die Felsen können nach dem regenreicheren Winter etwas weicher und rutschiger sein.
Schatten- und Sonnenklettern  | | | (© Frida&Diego – Fotolia.com) | Für hitzeempfindliche Menschen sind die heißen Sommermonate sicher nicht die geeignete Jahreszeit zum Klettern. Dank der typischen dodekanischen Sommernordwinde, den Meltemi, ist das Sommerklettern jedoch durchaus möglich. Man sollte allerdings möglichst die Regel beherzigen, nicht in der Sonne zu klettern. Es gibt viele Kletterrouten, die auch während des Sommers im Schatten liegen. Dort ist das Klettern durch die kühlende Brise überraschend angenehm. Und natürlich bietet sich der Sommer ideal für einen kombinierten Kletter- und Badeurlaub auch mit der Familie an. Häufig ist das Wetter im Winter gut, und man sollte nicht überrascht sein, wenn man an Weihnachten im T-Shirt klettern kann. Traditionell verbringen viele Kletterer die Weihnachtsferien auf Kalymnos. Häufig kommen sie in Gruppen und treffen sich in den wenigen Tavernen, die in Myrties, Massouri und Elies geöffnet sind. Obwohl Januar und Februar als eher ungeeignete Monate gelten, sind die Wetterbedingungen häufig noch ziemlich gut: Die durchschnittlichen Temperaturen liegen zwischen 10 und 12° C und sonnige Tage sind nicht ungewöhnlich.Infos und Unterkünfte Sowohl Kletterkurse als auch geführte Touren sind möglich auf Kalymnos. In Massouri gibt es zwei Kletterläden und ein Informationsbüro, welches Anlaufstelle für Kletterer ist und jegliche Unterstützung bietet, die man benötigt. Neueste Entwicklungen und Hinweise sowie Tipps findet man auch im Internet auf einschlägigen Webseiten, z. B. hier:
climbkalymnos.com
www.topoguide.de/Sektoren_und_Routen_Kalymnos.pdf
www.climbers-nest.com
Vom 26. bis zum 30. September 2012 findet auch wieder das Kalymnos Climbing Festival statt, bei dem sich die gesamte europäische Kletterszene auf der Mittelmeerinsel versammelt. Weitere Infos sowie Anmeldungen unter www.thenorthfacejournal.com/category/kalymnos/.
Eine umfassende Übersicht und detaillierte Routenbeschreibungen bietet der 2006 zum ersten Mal aufgelegte Kletterführer von einem der Haupterschließer Aris Theodoropoulos, Kalymnos Rock Climbing Guide, der vor Ort erhältlich ist in der aktuellen Auflage von 2010. Unterkünfte bei Casa Feria auf Kalymnos:
www.casa-feria.de/griechenland/dodekanes/kalymnos.html Alle Unterkünfte in Griechenland, Italien, Portugal und Spanien:
www.casa-feria.de |